06. Februar 2012
Von wegen Partei der Verlierer: Die Anhänger der ungarischen Jobbik sind jung und haben eine gute Ausbildung. Was sie eint, ist ihre Ablehnung der Demokratie und ihr Gewaltpotential. Wichtigstes Instrument der Rechtsextremen ist ein Netzwerk von Websites, das ihre Wut spiegelt.
Berlin/Budapest - Selten drückte sich der Führer der ungarischen Rechtsextremen so klar aus. Vor einigen tausend Anhängern verkündete Gábor Vona am vergangenen Samstag im Budapester "Sportmax"-Palast das Ende der liberalen Demokratie in der Welt. "Keine Kompromisse" im und mit dem herrschenden politischen System, sondern "Kampf, Kampf und nochmals Kampf", verlangte der 33-Jährige in seiner traditionellen Januar-Rede von den Parteigenossen. "Wir sind zwar keine Kommunisten, keine Faschisten und keine Nationalsozialisten", rief Vona in den Saal, "aber - und es ist wichtig, dass alle das sehr genau verstehen - wir sind auch keine Demokraten!"