internationale situation - Ungarn
14. Mai 2012
Mehrere tausend Neofaschisten und ihre Anhängerschaft demonstrierten am Samstag in der Budapester Innenstadt. Die rechtsextreme, im Parlament vertretene Partei Jobbik rief zu einem Marsch gegen die Sparpolitik der Regierung auf. Tenor: nur Jobbik vertritt das ungarische Volk, alle anderen sind Verräter. Eine Antifa oder gar bürgerlichen, erst recht staatlichen Widerstand sucht man in Ungarn vergeblich (Pester Lloyd).
internationale situation - Ungarn
03. Mai 2012
Die rechtsradikale Jobbik-Partei hetzt offen gegen Roma, Juden und Homosexuelle. Damit zieht sie viele junge, gut ausgebildete Ungarn an. Rechtsruck in Ungarn – so titelten europäische Medien im April 2010. Damals hatte die nationalkonservative Fidesz-Partei die Parlamentswahlen fulminant gewonnen. Sie kann sich seitdem auf eine bequeme Zweidrittel-Mehrheit in Parlament stützen und hat diese Macht weidlich genutzt, den ungarischen Rechtsstaat auszuhöhlen. Der wirkliche Rechtsruck aber steht Ungarn möglicherweise noch bevor. Denn angesichts der dramatischen Wirtschaftskrise schwindet die Popularität von Fidesz, und die politische Kraft, die davon profitiert, ist die rechtsradikale Jobbik-Partei. Ihr Name bedeutet die Besseren – oder auch die Rechteren. Schon bei den Parlamentswahlen im Jahr 2010 gaben mehr als 16 Prozent der Wähler Jobbik die Stimme, nach neuen Umfragen käme die Partei nun auf 22 Prozent. Besonders bei den jungen Wählern können die Rechtsradikalen punkten: Bei den unter 37-Jährigen würde ihnen fast jeder Dritte die Stimme geben, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Tárki hervorgeht. Die postkommunistische MSZP hat in dieser Altersgruppe nicht einmal halb so viele Sympathisanten. “Dabei sind es in erster Linie nicht die Armen und schlecht Ausgebildeten, die Jobbik wählen”, sagt Attila Juhász. Der 36-Jährige ist leitender Analyst beim Budapester Forschungsinstitut Political Capital und beschäftigt sich seit Jahren mit dem politischen Radikalismus. Seine Forschungen haben gezeigt, dass der durchschnittliche Jobbik-Wähler mehr verdient und gebildeter ist als Anhänger der Regierungspartei Fidesz: “15 Prozent haben studiert, weitere 41 Prozent haben Abitur”, sagt Juhász.
via zeit: Jung, gebildet, rechtsradikal
internationale situation - Ungarn
24. April 2012
In den Medien lesen wir über Ungarn von antiziganistischen Patrouillen um Roma-Viertel, der Einschränkung der Pressefreiheit durch die Rechtsaußen-Regierung von Fidesz- und Jobbik-Partei oder einem antisemitischen Theaterdirektor in Budapest. Was aber den wenigsten klar ist : Ungarns Regierung verfolgt ein geschlossenes ethnopluralistisches Weltbild. Folge der Volkgemeinschaft-Politik ist Feindschaft gegenüber Sinti und Roma, Jüdinnen und Juden, Intellektuellen und politische Anderdenkenden - in großen Teilen der Mehrheitsbevölkerung.
internationale situation - Ungarn
17. April 2012
Anhänger der neofaschistischen Partei Jobbik haben am Samstag im südwestungarischen Komitat Somogy eine Kundgebung gegen den Besitz “ungarischen Landes durch Ausländer” bagehalten. Dazu suchten sie sich ein 7000 Hektar großes Anwesen bei Görgeteg aus, das sich im Besitz eines Mitgliedes der italienischen Benetton-Familie befinden soll. Über einhundert Personen, viele in den üblichen uniformähnlichen Trachten und mit Jobbik- und Árpádfahnen bestückt, skandierten, “Ungarische Erde in ungarische Hand”, Redner sprachen davon, dass man den “unmoralischen Landraub” überalle im Lande stoppen müsse. Das Ziel der Partei sei es ein “Netzwerk von kleinen und mittelgroßen Familienbetrieben” zu errrichten. Eine Jobbik-Parlamentsabgeordnete sprach davon, dass “man nicht eher ruhen werde, bis das ganze ungarische Land wieder in ungarischem Eigentum ist.” Die Demo zog anschließend in die Stadt Kaposvár weiter.
via pesterlloyd: Neonazis in Ungarn demonstrierten gegen “Landraub”
internationale situation - Ungarn
19. März 2012
In Kampfstiefeln, Tarnhosen und einheitlichen Hemden haben 100 neue Mitglieder der rechtsextremen Nationalen Garde in Budapest ihren Eid abgelegt. Um keine Auflagen zu verletzen, blieben sie dabei still. Die rechtsextreme Nationale Garde hat am Samstag in der ungarischen Hauptstadt Budapest rund 100 neue Mitglieder vereidigt. Hunderte Polizisten beobachteten die Zeremonie auf dem Heldenplatz, auf dem sich zahlreiche Anhänger der Bewegung in einheitlichen Hemden, Tarnhosen und Kampfstiefeln versammelt hatten.
via 20min.ch: Rechtsextreme legen Eid auf Heldenplatz ab
siehe auch: Neue Paramilitärs für rechtsextreme Garde angelobt