30. Januar 2012
In der russischen Oppositionsbewegung spielen nationalistische und rechte Gruppen eine wichtige Rolle. Auch die Linksfront tut sich schwer, diese Kräfte auszuschließen. Doch die Stimmen derjenigen, die mit den Faschisten nichts mehr zu tun haben wollen, werden immer lauter.
Mehr als 250 Menschen drängen sich in dem Saal, der vielleicht einem Drittel von ihnen bequem Platz geboten hätte. Nur wer frühzeitig erschienen ist, kann einen Sitzplatz am hufeisenförmig aufgestellten Tischensemble ergattern. An einem Ende thront die Politprominenz, ihr gegenüber und an den Seiten stehen vor allem internationale Kamerateams, darunter auch eines vom ZDF. Das russische Staatsfernsehen sucht man hier vergeblich.
In den Räumlichkeiten des offenen Internet-Senders SOTV tagt die sogenannte Initiativgruppe, die jüngst in »Bürgerbewegung« umbenannt worden ist. Die Gruppe gründete sich auf Anregung der Linksfront, eines 2005 im Zuge der sozialen Massenproteste entstandenen Zusammenschlusses linker Gruppen, die ein sozialistisches Konzept auf der Basis von Demokratie und Internationalismus verbindet. Die Bürgerbewegung versteht sich als Erweiterung des Organisationskomitees der Großkundgebungen vom vergangenen Dezember.