08. Dezember 2011
Es ist der 6. Dezember 2008, nachts in Athen. Im Viertel Exarchia greifen ca. 30 Jugendliche ein Polizeiauto mit Flaschen und Steinen an. Weil ein Polizist sich von den Jugendlichen bedroht fühlt, gibt er drei Warnschüsse ab. Ein Querschläger verletzt den 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos tödlich. Das alles ist die Folge eines tragischen Unfalls. Dies zumindest ist die offizielle Version der staatlichen Behörden.
An dieser Version bestehen allerdings erhebliche Zweifel. So berichteten Augenzeug_innen, dass es keine körperlichen Angriffe auf die Polizisten gegeben habe und es lediglich bei verbalen Auseinandersetzungen geblieben sei. Zudem habe der Polizist gezielt geschossen.
Alexis‘ Tod war nicht die Folge eines Unfalls. Alexis wurde willkürlich ermordet. Sein Mörder ist der griechische Polizist Epaminondas Korkoneas, der sich momentan vor Gericht verantworten muss. Es ist allerdings bereits jetzt klar, dass seine Strafe nicht hoch ausfallen wird.
Der staatliche Mord löste weltweit eine Flut von Protesten aus. Besonders in Griechenland kam es wochenlang zu fast täglichen Demonstrationen, zu Straßenschlachten zwischen Demonstrant_innen und der Polizei, zu Besetzungen von Universitäten, Schulen und staatlichen Gebäuden. Dabei spielten sich Szenen ab, bei denen die Polizei gemeinsam mit griechischen Faschist_innen Jagd auf Demonstrant_innen machte.
Wir möchten an Alexandros erinnern und ins Gedächtnis rufen, dass der Staat nicht davor zurückschreckt, Morde zu begehen.
Wir erklären uns mit den kämpfenden Genoss_innen in Griechenland und der ganzen Welt solidarisch.
Kein Vergessen! Kein Vergeben!
Alexis lebt in unseren Köpfen und Kämpfen weiter!