internationale situation - Portugal
07. Mai 2012
Der fanatische neonazistische Hitler-Verehrer Gerd Ittner wurde vor wenigen Tagen in Portugal festgenommen und sitzt in Beja in Untersuchungshaft.
Gerd Ittner (Jg. 1958) soll früher Kontakte zum Umfeld der Rechtsterroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) gepflegt haben. Der 2005 untergetauchte Holocaust-Leugner sitzt im portugiesischen Beja in Untersuchungshaft. Angaben in Neonazi-Foren zufolge soll er bereits am 11. April verhaftet worden sein. Bundesdeutsche Behörden können die Festnahme allerdings noch nicht offiziell bestätigen.
Der wegen seiner aggressiven Fremdenfeindlichkeit gar aus der DVU und später aus der NPD ausgeschlossene Ittner war am 6. April 2005 vom Landgericht Nürnberg-Fürth in Abwesenheit wegen Volksverhetzung, Verunglimpfung des Staates und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Vor der Urteilsverkündung tauchte der „fanatische Hitler-Verehrer“ (Verfassungsschutz Bayern) Ittner am 29. März unter und verschwand spurlos. Ittner selbst meldete sich nach seiner Flucht nur einmal öffentlichkeitswirksam zu Wort.
Enge Kontakte pflegte Ittner früher zu Gleichgesinnten in Thüringen. So trat Ittner neben Patrick Wieschke, dem damaligen Kopf des „Nationalen und Sozialen Aktionsbündnis Westthüringen“ (NSAW), beim vom NPD-Kreisverband Jena mitinitiierten „1. Nationalen Thüringentag"“ in Jena am 4. Juni 2002 als Referent in Erscheinung. Das NSAW war Teil des „Thüringer Heimatschutzes“, dem das mörderische Neonazi-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe angehörte.
internationale situation - Portugal
14. Oktober 2010
Rechtsextreme versuchen, den alltäglichen, gegen Einwanderer gerichteten Rassismus in Portugal zu nutzen. Zur Gewalt greift vor allem die Gruppe der Hammerskins.
von Sabine Sanftleben
»Natürlich bin ich kein Rassist. Ich lasse mir nur nicht den Mund vom ›politisch Korrekten‹ verbieten. Denn wer kann verneinen, dass die Zigeuner klauen, auf Staatskosten leben, Gesetze nicht einhalten und nicht arbeiten wollen? …Dass es fast immer die Afrikaner sind, die uns auf der Straße überfallen, … ihre eigenen Länder nicht regieren können und deshalb millionenfach auswandern?« So beschreibt der portugiesische Autor Daniel Oliveira in seinem Blog »Antes pelo Contrario«, der bei der Wochenzeitung Expresso erscheint, »den alltäglichen Rassismus in Portugal«. Anlässlich der Abschiebung von Roma in Frankreich kommen auch in Portugal wieder neue Diskussionen über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf.