internationale situation - Polen
16. November 2011
Ausschreitungen und Festnahmen bei nationalistischem Aufmarsch in Warschau.
polnischen Nationalfeiertag am vergangenen Freitag versammelten sich mehrere tausend Menschen in der Innenstadt von Warschau zu dem „Marsch für Unabhängigkeit“. Unter den Marschierern befanden sich neben rechtskonservativen und religiösen Gruppierungen mehrheitlich Neonazis und Hooligans. Diese prägten mit Bannern der rechtsextremen ONR (Obóz Narodowo-Radykalny – Nationalradikales Lager) und weißen Sturmhauben die Versammlung. Für die rechte Szene Polens ist der Marsch ein wichtiges Event, stellt dieser doch eine Möglichkeit dar, sich spektrenübergreifend selbst zu inszenieren und bei weniger radikalen Gruppierungen Anknüpfungspunkte zu finden.
internationale situation - Polen
14. November 2011
Warschau. Polens Faschisten können aufatmen. Noch am Freitag abend sah es so aus, als ob sich die von rechtsextremen Schlägerbanden in Warschau angerichteten Verwüstungen zu einem politischen Fiasko für die gesamte polnische Rechte entwickeln würden. Allgegenwärtig waren in den Medien die Bilder von Skinheads und rechtsextremen Fußballhooligans, die während des rechten »Marsches der Unabhängigkeit« in blinder Zerstörungswut eine Schneise der Verwüstung durch die Warschauer Innenstadt zogen. Die öffentliche Empörung über diese Krawalle seitens selbsternannter polnischer »Patrioten« am Nationalfeiertag war nahezu einhellig.
Bericht auf englisch: Independence Day in Warsaw
internationale situation - Polen
11. November 2011
Antifaschisten wollen Aufmarsch der Rechtsextremen am Unabhängigkeitstag stoppen Ein tiefer Graben tut sich in Warschau am heutigen Unabhängigkeitstag auf. Zusammenstöße zwischen linken und rechten Gruppen sind programmiert.
Am 11. November, wenn im christlichen Europa die fünfte Jahreszeit anbricht, begeht Polen seinen Unabhängigkeitstag. Nach dem Tode Józef Pilsudskis 1935 erinnerten sich dessen Anhänger des Tages, als Pilsudski 1918 die Funktion des Regentschaftsrates übernahm, womit Polen nach 123 Jahren der Dreiteilung durch Preußen, Österreich-Ungarn und Russland wieder seine Souveränität erlangte und die »Zweite Republik« geboren wurde.
Wie schon seit einigen Jahren werden am heutigen Freitag in Warschau, Wroclaw und anderen Großstädten die »wahren Patrioten« marschieren, um für ein »großes, stolzes und polnisches Polen« zu demonstrieren. Vom Warschauer Platz der Verfassung wollen sie zum Denkmal Roman Dmowskis (1864-1939) ziehen, um den antisemitischen Gründer der National-Demokratischen Partei (Endecja) zu ehren. Die Endecja regierte bis 1926, bevor sie der Maiputsch Pilsudskis ablöste.
internationale situation - Polen
04. November 2011
Am 11. November, dem polnischen Nationalfeiertag, wollen in Warschau Hunderte Rechtsextreme marschieren. Es werden schwere Ausschreitungen befürchtet, da die Nationalisten aus anderen Ländern unterstützt werden sollen. Anlass für die Publikative, mit Bartosz Wielinski von der “Gazeta Wyborcza” zu sprechen - über den 11. November, Revisionisten in Polen und Deutschland, den Einfluss der Vertriebenen sowie über angebliche Gefahren bei der EM 2012. Die linksliberale “Gazeta Wyborcza” ist die größte überregionale Tageszeitung Polens. Wielinski arbeitet als Auslandsredakteur für das Blatt und berichtete für die Gazeta aus Deutschland.
internationale situation - Polen
15. Juli 2011
Mit täglich mehr als einer Million Hörerinnen und Hörern liegt der Radiosender Maryja, Sprachrohr erzkonservativer katholischer Fundamentalisten, auf Platz fünf aller polnischen Sender. Der Privatsender hat seinen Marktanteil von 1,93 im letzten Jahr auf 2,15 Prozent in diesem Jahr gesteigert, berichtete jetzt die Tageszeitung „Rzeczpospolita“ unter Berufung auf ein Marktforschungsinstitut.
Radio Maryja macht immer wieder mit antisemitischen, fremdenfeindlichen und rassistischen Ausfällen von sich reden. Zuletzt sah sich im Mai der staatliche polnische Rundfunkrat „Krajowa Rada Radiofonii i Telewizji“ (KRRiT) gezwungen, zwei Sendungen des erzkatholischen Senders wegen antisemitischer Äußerungen zu rügen. In einem Brief an den Direktor des Privatsenders, Pater Tadeusz Rydzyk (Jg. 1945), kritisierte der Rundfunkrat ein Interview von Radio Maryjia mit dessen langjährigem Sponsor, dem in Uruguay lebenden Geschäftsmann und Millionär Jan Kobylanski.