13. Februar 2012
Der Vorsitzende der Freiheitlichen Partei Österreichs hat die Proteste gegen den Ball des Wiener Korporationsrings mit antisemitischen Pogromen verglichen. Trotzdem wird die rechtsextreme Partei von vielen weiterhin für koalitionsfähig gehalten.
Die deutsch-völkische Tanzveranstaltung in der Wiener Hofburg am 27. Januar (Jungle World 4/12) musste mit über einer Stunde Verspätung eröffnet werden. Den Protestierenden gegen den Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) war es abseits der um das »Ansehen Österreichs« besorgten offiziellen Kundgebung gegen den Ball zeitweise gelungen, Busse der Burschenschafter zu blockieren. Die Korporierten versuchten mehrfach, Fotojournalisten Kameras aus der Hand zu schlagen, und attackierten Demonstrantinnen und Demonstranten vor den Augen der Polizei mit Pfefferspray. Ein prominenter 70jähriger ehemaliger Abgeordneter der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) wurde auf seinem Heimweg mit einem Schlagring zu Boden geschlagen.