internationale situation - Italien
04. Mai 2012
Die drei Molotov-Cocktails, die im Dunkel der gestrigen Nacht auf das Vintler Flüchtlingsheim geworfen wurden, sind eine Zäsur für Südtirol. Obwohl die Täter noch unbekannt sind, muss von einem rassistischen Hintergrund ausgegangen werden. Das heißt, dass wir nicht mehr so weitermachen können wie bisher: Schonungslos ist uns vor Augen geführt worden, wohin es führt, wenn wir dem Rassismus in Südtirol nicht entschlossen entgegentreten.
via antifa meran: Wer Wind sät… | was aus den Anschlägen in Vintl zu lernen ist
siehe auch: Drei Molotow-Cocktails: Anschlag auf Flüchtlingsheim Vintl – Video.
internationale situation - Italien
23. April 2012
Nach dem Rücktritt des Parteivorsitzenden der Lega Nord wegen eines Korruptionsskandals wollen die italienischen Rechtspopulisten ihr vulgäres Image loswerden und eine Mehrheitspartei werden.
Mehr als zwei Jahrzehnte führte Umberto Bossi die Lega Nord. Eine Mischung aus demonstrativ vulgärer Virilität und obszönen Hasstiraden vermochten die von rassistischen Ressentiments getriebene Anhängerschaft der Partei noch zu begeistern, als die Drohungen, nach Rom zu marschieren, um die selbsternannte Autonomieregion »Padanien« vom Joch des Zentralstaats zu befreien, längst nur noch ein folkloristisches Parteiritual waren.
Bossi trat am 5. April vom Parteivorsitz zurück, nachdem bekannt geworden war, dass die Staatsanwaltschaft wegen Veruntreuung von Parteigeldern gegen ihn ermittelt. Er hat sich mutmaßlich jener Vergehen schuldig gemacht, deren er selbst die Politikerklasse aus dem »Roma ladrona« (räuberischen Rom) bezichtigte. Nach seinem 2004 erlittenen Hirnschlag, von dem er sich nie vollständig erholte, versuchte er, seine charismatische Herrschaft als Familientradition fortzuführen. Neben Diplomen und Autos für seinen Sohn Renzo sollen für die Ehefrau die Gründung einer Privatschule und die Renovierung der Familienvilla aus der Parteikasse finanziert worden sein.
internationale situation - Italien
12. April 2012
Gegen Einwanderer, gegen den Rest des Landes, gegen die Monti-Regierung, gegen Korruption - die rechtspopulistische Lega Nord aus dem wohlhabenden Norditalien hat klare Feindbilder. Nun beendet ein Korruptionsskandal die Karriere von Parteigründer Bossi. Und die Partei kämpft gegen den Zerfall.
In Italien geht mal wieder eine Ära zu Ende. Auch wenn die Kundgebungen der Lega Nord immer noch fast so sind wie früher: mit dem Gefangenenchor aus Verdis Oper "Nabucco", den die Lega als Nationalhymne für den Phantasie-Staat "Padanien" missbraucht, und mit den Rufen auf den großen Führer der Partei, Umberto Bossi.
Doch die politische Karriere Bossis ist wohl zu Ende. Ende der 80er-Jahre hatte er die Lega Nord aus der Taufe gehoben und war seitdem ihr Vorsitzender. Seitdem haben Politiker der Lega vor allem mit fremdenfeindlichen Parolen auf sich aufmerksam gemacht. Und mit der Forderung, der relativ reiche Norden Italiens, eben jenes "Padanien", solle sich vom Rest des Landes abspalten.
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09. April 2012
Leading Italian populist politician Umberto Bossi has resigned as head of the Northern League after a financial scandal engulfed the party. The Northern League is the only party in opposition to the current technocratic government led by Prime Minister Mario Monti. A former party treasurer is suspected of misusing funds. Mr Bossi, known as a fierce critic of corruption in public life, denies any wrongdoing himself. Northern League treasurer Francesco Belsito resigned on Tuesday after prosecutors alleged he had used party funds to pay for, among other things, the remodelling of Mr Bossi’s villa and holidays for the leader’s children. There was no immediate comment from the former treasurer on the accusations laid against him.
via bbc: Italian Northern League leader Umberto Bossi resigns
internationale situation - Italien
15. März 2012
Info- + Diskussionsveranstaltung mit dem italienischen Journalisten Saverio Ferrari + einem Antifaschisten aus Rom, Donnerstag 29 . März 2012, 20.00 Uhr, Kino in der Reitschule Bern
Am 29. März besucht der italienische Journalist und Autor Saverio Ferrari die Reitschule, um über "Casa Pound" und den modernen Neofaschismus in Italien zu berichten.
Vom Modell "Casa Pound" - einem neofaschistischen Netzwerk von besetzen Häusern - und dessen national-chauvinistischen sozialrevolutionären Programm sind mittlerweile auch deutsche, schweizerische und andere europäische Neonazi-Kreise fasziniert und inspiriert.
Saverio Ferrari setzt sich seit Jahren für den Antifaschismus ein und studiert das Phänomen Rechtsextremismus in Italien und Europa . Seit 1999 leitet er das " Osservatorio democratico sulle nuove destre", eine der wichtigsten und informativsten Homepages über Faschismus in Italien.
Seine Analyse wird auch die Entwicklung des historischen Rechtsextremismus in Italien aufzeigen, wobei er spezifisch über Mailand und die Lombardei berichten
wird.
Unterstützt werden Ferraris Ausführungen von einem Antifaschisten aus Rom, der uns über das Leben mit "Casa Pound" und den alltäglichen Folgen des modernen italienischen Neofaschismus erzählen wird.
Die Veranstaltung ist auf italienisch , für Übersetzung ins Deutsche ist gesorgt.
Weiterführende Infos:
Megafon Nr. 365 März 2012
http://www.antifa.ch (bald)
http://www.osservatoriodemocratico.org
Artikel im Megafon Nr. 365 März 2012: