08. Februar 2012
Deutsche Neonazis reisten Ende Januar nach Athen. Sie sahen ein daniederliegendes Land – und erlebten eine Neonazi-Partei, die von der Krise zu profitieren hofft.
Den Anlass für ihre Reise bot der „Imia-Marsch“, organisiert von der Neonazi-Partei „Chrysi Avgi“, zu deutsch: „Goldene Morgendämmerung“. Eigentlich geht es bei der alljährlichen Demonstration um einen zwischen Griechenland und der Türkei schwelenden Konflikt um zwei völlig unbedeutende Ägäis-Inseln, der die beiden Länder Mitte der 90er Jahre sogar an den Rand eines militärischen Konflikts gebracht hatte. Seit Jahren geht „Chrysi Avgi“ jeweils Ende Januar mit antitürkischen Parolen auf die Straße. In diesem Jahr freilich wurde die Veranstaltung von der Wirtschafts- und Finanzkrise dominiert. Mitten zwischen mehreren Tausend „Chrysi Avgi“-Mitgliedern und -Anhängern waren auch Neonazis, die offenbar aus Nordrhein-Westfalen und Brandenburg nach Athen gekommen waren.