25. Juni 2012
Mit drei Mandatsträgern ist die extreme Rechte jetzt in der französischen Nationalversammlung vertreten – symbolisch bedeutungsvoll ist für den Front National insbesondere der Erfolg im südostfranzösischen Carpentras.
Der Neuparlamentarier zog seine Show ab. Am vergangenen Mittwoch fanden sich die beiden Abgeordneten des rechtsextremen Front National (FN), Gilbert Collard und Marion Maréchal-Le Pen, erstmals in der französischen Nationalversammlung ein. Dabei wurden sie von einer riesigen Anzahl von Kameras und Mikrophonen erwartet. Die Presse vermutete einen Augenblick lang, die beiden frischgebackenen FN-Parlamentarier hätten sich in einen Seiteneingang verdrückt. Doch dann standen sie vor den Kameras. Collard rief wortgewaltig aus: „Ich habe keine Angst, mir Gehör zu verschaffen. Sie werden von mir hören.“ Er fügte hinzu, er wolle einen ständigen „demokratischen Störenfried“ abgeben. Er werde aber auch in seinem bisherigen Anwaltsberuf weiterarbeiten – weil er, wie er vor den TV-Kameras erklärte, dadurch „finanziell unabhängig bleibe und ich es mir leisten kann, von den Sitzungen ausgeschlossen zu werden und meine Bezüge zu verlieren“, falls er den Etablierten etwa unangenehm auffalle.
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