internationale situation - Finnland
04. Februar 2013
Am Mittwoch den 30.1.13 attackierte eine Gruppe zum Teil mit Messern bewaffneter Nazis eine Veranstaltung in der Stadtbibliothek von Jyväskylä (Finnland). Bei der Veranstaltung handelte es sich um eine Lesung aus einem Buch über Rechtsextremismus in Finnland, welche unter anderem von einem lokalen anarchistischen Kollektiv organisiert wurde. Bei dem Überfalls wurde eine der Personen, die für den Türschutz gesorgt hatten, mit einem Messer am Rücken verletzt, die anderen Antifaschist_innen wurden zum Teil durch Flaschen verletzt.
Der Name des Buches (http://www.intokustannus.fi/kirja/aarioikeisto_suomessa/ ), das zwei der drei Autoren, Li Andersson, Mikael Brunila und Dan Koivulaakso, vorstellten, ist „Äärioikeisto Suomessa“ (=Rechtextremismus in Finnland). Das Buch stellt die Entwicklung rechtsextremer Gruppierungen in Finnland in den Kontext des allgemeinen Rechtsrucks in Europa. Neben der rechtspopulistischen Partei „Perussuomalaiset“ (=Wahre Finnen bzw. Basisfinnen) wurde auch die Bedeutung des Netzwerks „Suomen Sisu“ (= Die Energie der Finnen) behandelt. „Suomen Sisu“ ist ein Verband nationalistischer Einzelpersonen, die Mitglieder verschiedener Parteien und Gruppierungen sind, der die verschiedenen nationalistischen Strömungen in Finnland vernetzt. Dieser Verband macht sich vor allem die ideologische Einflussnahme auf die Gesellschaft, sowie die „Fortbildung“ der rechten Strukturen zur Aufgabe.
internationale situation - Finnland
03. Februar 2013
Eine Messerattacke von drei Rechtsextremen rüttelt Medien und Politik auf. Bisher ließ man die finnischen Neonazis einfach gewähren. Drei mit Messern bewaffnete Neonazis drängen sich in eine Veranstaltung zur Vorstellung eines Buchs über Rechtsextremismus in Finnland, attackieren Wachleute und verletzen einen Besucher so schwer, dass er ins Krankenhaus muss. Dieser Vorfall, der sich am Mittwochabend im finnischen Jyväskylä abgespielt hatte, werde hoffentlich Sicherheitsbehörden und Öffentlichkeit endlich aufwachen lassen, sagt Mikael Brunila. „Denn bis jetzt hat man der extremen Rechten hier freien Lauf gelassen.“ Brunila ist Mitverfasser von „Äärioikesto Suomessa“, des Buchs über die finnische rechtsextreme Szene, dessen Präsentation die zwischenzeitlich festgenommenen Neonazis verhindern wollten (…) Laut Medienberichten standen offenbar Personen der Gruppe „Suomen Vastarintaliike“ (SVL – „Finnische Widerstandbewegung“) hinter der Jyväskylä-Attacke. Gegründet 2008 versteht sie sich selbst als „nationalsozialistisch“ und machte in den letzten Jahren wiederholt durch Gewalttaten auf sich aufmerksam. So gegen die Gay-Pride in Helsinki, Wahlveranstaltungen und erst vor einem halben Jahr eine Gaspistolen-Attacke auf einen Politiker der Linkspartei. Ein Extremismusbericht des Innenministeriums ordnete die SVL zu Jahresbeginn als „Extremismus-inspiriert“, antidemokratisch und potentiell gefährlich ein.
via taz: Brutale Angriffe
internationale situation - Finnland
22. Dezember 2011
In Finnland lehnt die Partei »Wahre Finnen« jegliche finanzielle Hilfe für bankrotte Euro-Länder ab. Teil 3 einer Serie über rechten Populismus und Extremismus in der Euro-Krise.
Wer in Deutschland lebt, könnte leicht vermuten, die Euro-Krise sei in sämtlichen europäischen Ländern das dominierende Thema. In Skandinavien sieht die Sache jedoch ein wenig anders aus. Natürlich beschäftigt man sich dort auch mit der Schuldenkrise, doch in Norwegen, Dänemark und Schweden wird diese eher als ein Problem der anderen wahrgenommen, von dem das eigene Land und die eigene Gesellschaft nur indirekt betroffen sind. Lediglich in Finnland, dem einzigen Euro-Land im Norden, verhält es sich anders. Dort sind es vor allem die Perussuomalaiset (»Wahre Finnen«), die von den Bänken der Opposition aus das Thema für sich nutzen.
internationale situation - Finnland
14. Mai 2011
Helsinki (dapd). Die rechtspopulistischen Wahren Finnen haben sich aus den Koalitionsgesprächen mit den Konservativen zurückgezogen. Parteichef Timo Soini erklärte am Donnerstag, die Wahren Finnen könnten nicht Teil einer Regierung werden, die Finanzhilfen für Portugal und andere europäische Staaten unterstütze. Die Partei werde daher "die größte Oppositionspartei werden".
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13. Mai 2011
Die „Suomen Kansallissosialistinen Työväenpuolue“, die Nationalsozialistische Arbeiterpartei Finnlands (SKSTP), hat laut Presseberichten ihr 25-Punkte-Parteiprogramm von der NSDAP übernommen. Im Internet wurde das Programm mit geringfügigen Änderungen präsentiert – so wurden „Juden“ durch „Muslime“ ersetzt oder anstelle der Todesstrafe für „volksschädliche“ Tätigkeiten die Ausweisung aus Finnland gefordert.
Kurz nach der Veröffentlichung eines Artikels über die finnische Neonazi-Partei im benachbarten Schweden verschwand die komplette Website der SKSTP aus dem Internet. Laut Angaben ihres arbeitslosen Anführers Pekka Luoma (41) soll die SKSTP mehrere Dutzend Aktivisten haben. Ihre Facebook-Seite ist nach wie vor online. Hier hat sie knapp 450 Mitglieder, unter deren Profilbilder immer wieder auch in Deutschland strafbare Symbole oder Aussagen auftauchen.