26. Januar 2012
In Großbritannien attackieren Sympathisanten der English Defense League Mitglieder von Gewerkschaften und Aktivisten der »Occupy«-Bewegung. Letzter Teil einer Serie über rechten Populismus und Extremismus in der Euro-Krise.
Die extreme Rechte in Großbritannien versucht, von der Euro-Krise zu profitieren. Während die Regierung einen explizit antieuropäischen Kursverfolgt, wähnen sich Euro-Skeptiker innerhalb der Conservative Party sowie bei der United Kingdom Independence Party (UKIP) in der Offensive. Die antimuslimische English Defense League (EDL) und andere Gruppierungen aus deren Umfeld haben in der Debatte nur wenige Möglichkeiten, eigene antieuropäische Akzente zu setzen. Allerdings scheinen sie neben Muslimen nun auch die Gewerkschaften sowie die »Occupy«-Bewegung ins Visier zu nehmen. Angriffe auf linke Gruppierungen, die gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung protestieren, mehren sich.
Im November nahm die Londoner Metropolitan Police (Met) 179 Sympathisanten der EDL außerhalb einer Kneipe in London in vorläufigen Gewahrsam. Sie hatten, so die Polizei, einen Angriff auf das Camp der »Occupy London Stock Exchange« geplant. Auf Facebook war für diesen Anlass mobilisiert worden, mindestens ein Mitglied der EDL hatte Morddrohungen ausgesprochen. Am gleichen Tag hatte die EDL in Liverpool ein Gebäude der Gewerkschaft Unite angegriffen. Unter dem Banner »Occupy Unite« versammelten sich rund ein Dutzend Rechtsextreme vor der Gewerkschaftszentrale. Es gelang ihnen nicht, in das Gebäude einzudringen.